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Vor Kanal-Rückstau sichern

Bereits bei sehr starkem Regen kann es passieren, dass öffentliche Kanäle, in die sowohl Niederschlags- als auch Abwässer eingeleitet werden (Mischwasserkanalisation), eingestaut werden. Über undichte private Hauskanäle oder bei fehlenden Rückstausicherungen kann das eingestaute Abwasser in die Häuser gelangen und beispielsweise über Bodenabläufe Kellerräume überfluten. Besonders hoch ist diese Gefahr bei Hochwasser und Starkregen wie im Juni 2013 in Ottensheim.

Dagegen kann man sich durch Rückstausicherungen und regelmäßige Wartung der Hauskanalanlage schützen.

 Private Hauskanalanlagen sind die Entsorgungsleitungen von der Außenmauer des Gebäudes bis zum Anschlusspunkt an das öffentliche Kanalsystem. Das kann also auch über das private Grundstück hinaus reichen.

Jeder Hausbesitzer ist selbst dafür verantwortlich, seine Hauskanalanlage regelmäßig zu überprüfen, gegebenenfalls zu sanieren und gegen Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz zu sichern. Bis zu einem Abwasserstand von zehn Zentimetern über Straßenniveau muss sich jeder private Hauseigentümer durch den Einbau von Rückstauklappen oder von Abwasserhebeanlagen selbst schützen.

Wen betrifft das?

Hausbesitzer,

  • deren Gebäude an eine Mischwasserkanalisation angeschlossen sind (in Ottensheim 80 Prozent des Kanalnetzes).
  • deren Haus unterkellert ist (auch Mehrparteienhäuser).
  • deren Gebäude nicht in einer Hanglange steht.
  • die Waschbecken, Toiletten, Duschen, Waschmaschinen oder andere offene ungeschützte Verbindungen zum Hausanschlusskanal im Keller haben.

Rückstauklappen (Rückstauverschlüsse)

Diese eignen sich dann, wenn die Keller nicht als Wohnräume genutzt werden oder für den nachträglichen Einbau. Es handelt sich dabei um Klappen, die das Abwasser im Normalfall durchfließen lassen und automatisch schließen, sobald eine zurück stauendes Abwasser aus dem öffentlichen Kanalsystem gegen die Fließrichtung drängt. Bei fäkalhaltigem Abwasser muss sie elektrisch betrieben werden.

Was ist zu beachten?

  • Über die Rückstausicherung soll nie Abwasser geführt werden, das oberhalb der Rückstauebene anfällt. Ansonsten flutet man den Keller mit dem eigenen Abwasser.
  • Der Kanal muss tiefer liegen als der Kellerboden (Gefälle).
  • Die Dachentwässerung darf nicht in den Keller führen, ansonsten flutet man den Keller mit Regenwasser.
  • Während des Rückstaus dürfen keine Toiletten, Waschbecken, Waschmaschinen etc. unterhalb der Rückstauebene benützt werden. Jene oberhalb der Rückstauebene können benutzt werden, da das Wasser über eine andere Leitung abgeleitet wird.
  • Einen zusätzlichen mechanischen Schieber einbauen, den man schließen kann, falls die Rückstauklappe nicht funktionieren sollte.
  • Regelmäßig überprüfen, ob die Rückstausicherung funktioniert.
  • Da es unterschiedliche Systeme gibt und ein ordnungsgemäßer Einbau unerlässlich ist, sollte man unbedingt einen Installationsbetrieb beauftragen.

Abwasserhebeanlagen

Bei Neubauten sollte besonders dann, wenn der Keller auch als Wohnraum genutzt werden soll oder wenn kein Gefälle zum öffentlichen Kanalsystem gegeben ist, eine Abwasserhebeanlage eingebaut werden. Sie sammelt das Abwasser in einem Behälter und pumpt es über die Rückstauebene.

Was ist zu beachten?

  • Über die Hebeanlage soll nur Abwasser geführt werden, das unterhalb der Rückstauebene anfällt.
  • Die Dachentwässerung darf nicht in den Keller führen.
  • Der Raum, in dem die Abwasserhebeanlage aufgestellt wird, muss gut belüftet und ausreichend beleuchtet sein.
  • Die Hebeanlage muss auf einer ebenen Fläche aufgestellt werden.
  • Für die Entlüftung benötigt man eine Entlüftungsleitung über das Dach.
  • Regelmäßig überprüfen und warten.
  • Da es unterschiedliche Systeme gibt und ein ordnungsgemäßer Einbau unerlässlich ist, sollte man unbedingt einen Installationsbetrieb beauftragen.